...

Tonträger digitalisieren: Was du vor dem Termin klären solltest

Plattenspieler mit aufgelegtem Tonarm auf einer Schallplatte, im Hintergrund unscharf ein Mischpult

ⓘ KI-BildDas Beitragsbild ist ein KI-generiertes Symbolbild.

Irgendwo stehen sie: der Karton mit den Kassetten vom Familienurlaub, die Platten aus der Sammlung deines Vaters, zwei VHS-Bänder von der Hochzeit, eine MiniDisc mit der ersten eigenen Bandaufnahme. Alle noch da — nur kein Gerät mehr, das sie abspielt. Digitalisieren löst das, aber die Qualität des Ergebnisses entscheidet sich nicht am Termin, sondern vorher. Dieser Beitrag zeigt dir, was du klären solltest, bevor du im Studio Tonträger digitalisieren lässt.

Kurz gesagt

  • Material sichten und sortieren. Magnetband zuerst: Kassetten, Tonbänder und VHS verändern sich mit der Zeit stärker als eine Schallplatte, die ungespielt im Regal steht.
  • Ziel festlegen. Archiv oder Hören? Fürs Archiv zählt eine hohe, unkomprimierte Auflösung; fürs Hören am Handy reicht die MP3, die du ohnehin dazubekommst.
  • Echtzeit einplanen. Eine 90-Minuten-Kassette braucht 90 Minuten Überspielzeit. Das lässt sich nicht beschleunigen und bestimmt, welches Paket passt.
  • Metadaten vorbereiten. Titel, Interpreten, Reihenfolge, bei privaten Aufnahmen Datum, Ort und Personen. Was du jetzt nicht notierst, ist später kaum rekonstruierbar.
  • Nutzung klären. Für eigene Aufnahmen ist die Sache einfach. Bei gekauften Veröffentlichungen gilt: privat ja, verbreiten oder öffentlich wiedergeben nein.
  • Zwei Kopien an zwei Orten. Eine Festplatte ist kein Archiv.

Was „digitalisieren" technisch wirklich bedeutet

Eine Datei zu kopieren dauert Sekunden. Eine Schallplatte zu digitalisieren dauert so lange, wie die Platte spielt. Der Grund: Analoge Tonträger werden in Echtzeit abgespielt und dabei aufgenommen. Es gibt keinen Schnelldurchlauf, der dieselbe Qualität liefert.

Daraus folgt alles Weitere. Die Pakete der Soundstarstudios sind deshalb nach Digitalisierungszeit gestaffelt — 60 Minuten in den Stufen Basic und Pro, 90 Minuten in der Stufe Ultra, jeweils „oder eine Albumlänge". Wenn du zwölf Kassetten à 90 Minuten mitbringst, reden wir über 18 Stunden Überspielzeit. Das ist kein Grund, es nicht zu tun — aber ein Grund, vorher zu priorisieren.

Welche Tonträger du mitbringen kannst

Laut Leistungsseite werden Schallplatte, VHS, Tape, Audiokassette, MiniDisc, CD und DVD überspielt; dazu kommen Super-VHS und Blu-ray. Praktisch bedeutet das:

Schallplatte, Audiokassette, VHS-Kassette, MiniDisc und CD nebeneinander auf neutralem Untergrund
ⓘ KI-BildVinyl, Kassette, VHS, MiniDisc, CD: Magnetband zuerst, Vinyl hat Zeit.
  • Vinyl — LP, Single, Maxi. Auch Schellack lässt sich ansprechen, aber frag vorher nach: dafür braucht es die passende Nadel.
  • Audiokassette — klassische Compact Cassette, C60 bis C120.
  • Tonband — Spulenband, sofern das Format zur vorhandenen Maschine passt. Vorher klären.
  • VHS und Super-VHS — werden vollständig mit Bild und Ton digitalisiert. Das gewünschte Videoformat stimmen wir bei der Terminvereinbarung ab. Andere Videobandformate sprich vorher an.
  • MiniDisc — digitaler Träger, aber mit eigenen Problemen: Disc-Rot, unlesbare Sektoren, defekte Sessions.
  • CD, DVD und Blu-ray — Kopieren, sofern du dazu berechtigt bist. Auch hier kommen Disc-Rot, unlesbare Sektoren und defekte Sessions vor.

Zustand prüfen, bevor du packst

Nimm dir eine halbe Stunde und schau dir die Träger einzeln an. Was du findest, gehört ins Vorgespräch:

Zwei Hände halten eine Audiokassette, aus der eine lose Bandschlaufe hängt
ⓘ KI-BildNichts selbst reparieren: Schaden beschreiben, nicht kleben oder putzen.
  • Schallplatte: Staub und Fingerabdrücke sind normal. Problematisch sind tiefe Kratzer, Verzug („Teller-Schüssel"), Schimmel in der Innenhülle. Nicht mit Hausmitteln nachbehandeln — falsch geputzte Platten klingen schlechter als staubige.
  • Audiokassette: Sitzt das Band stramm oder hängt es in der Schlaufe? Ist das Gehäuse gerissen? Riecht es nach Essig oder Keller? Wenn das Band klebt oder quietscht, sag es vorher — solche Bänder brauchen eine andere Behandlung als normale.
  • VHS: Knicke am Bandanfang, Schimmelspuren am Wickel, blockierte Spulen. Ein Band mit Schimmel gehört nicht ungefragt in ein fremdes Laufwerk.
  • MiniDisc und CD: Sichtbare Trübungen, Kratzspuren auf der Datenseite, abgelöste Reflexionsschicht.

Der wichtigste Satz dazu: Nichts selbst reparieren. Tesafilm auf einem Bandanfang, Spülmittel auf einer Platte oder ein Föhn an einer verzogenen LP machen Schäden dauerhaft. Bring es so mit, wie es ist, und beschreibe das Problem.

Reihenfolge: womit du anfangen solltest

Wenn du nicht alles auf einmal machen kannst, gilt eine einfache Rangfolge:

Tonträger digitalisieren – Rangfolge: 1 Magnetbänder, 2 einmalige Aufnahmen, 3 beschädigte optische Discs, 4 Vinyl
Nach Ersetzbarkeit sortieren, nicht nach Wert.
  1. Magnetbänder — Kassetten, Tonbänder, VHS. Magnetband ist ein chemisches Produkt; Trägerschicht, Bindemittel und Gehäuse verändern sich über Jahrzehnte, auch ungespielt.
  2. Einmalige Aufnahmen ohne Zweitexemplar — Familienaufnahmen, Konzertmitschnitte, Bandproben, Interviews. Diese Aufnahmen existieren genau einmal.
  3. Optische Discs mit sichtbaren Schäden.
  4. Vinyl — eine Platte, die trocken und senkrecht steht, verändert sich kaum. Sie hat Zeit, solange sie nicht gespielt wird.

Nach Wert sortieren hilft wenig. Sortiere nach Ersetzbarkeit: Die kommerziell erschienene LP gibt es gebraucht wieder, die Kassette mit der Stimme deiner Großmutter nicht.

Abtastrate und Bittiefe: was die Paketstufen bedeuten

Die drei Pakete unterscheiden sich vor allem in der Auflösung der Aufnahme:

Grafik mit dem Vergleich von Archivdatei und Hörkopie bei der Audio-Digitalisierung
Zwei Dateien, zwei Zwecke — und nur eine davon ist das Archiv.
PaketAuflösung laut Leistungsseite
Basicbis 44,1 kHz / 16 Bit PCM
Probis 48 kHz / 24 Bit PCM
Ultrabis 192 kHz / 32 Bit PCM

Wie wählst du? Nach dem Zweck, nicht nach der größten Zahl:

  • 44,1 kHz / 16 Bit ist CD-Qualität. Für Hörkopien, Sprachaufnahmen und Material, dessen Quelle ohnehin stark rauscht, ist das vollkommen ausreichend.
  • 48 kHz / 24 Bit gibt mehr Reserve bei der Aussteuerung. Das ist praktisch relevant, wenn Lautstärken stark schwanken — etwa bei Live-Mitschnitten.
  • 96 kHz oder mehr / 24 Bit und darüber ist die Archivstufe. Die Library of Congress bevorzugt in ihrem „Recommended Formats Statement" für Audio ausdrücklich High-Resolution-Dateien ab 96 kHz/24 Bit, unkomprimierte Dateien gegenüber komprimierten und WAVE-Dateien mit eingebetteten Metadaten (Broadcast WAVE).

Zwei Dinge, die oft falsch verstanden werden:

  1. Eine höhere Auflösung macht die Quelle nicht besser. Sie bewahrt die Überspielung vollständiger — mehr Information, als auf dem Band ist, entsteht dabei nicht. Ein verrauschtes Kassettendeck liefert bei 192 kHz exakt dasselbe Rauschen, nur präziser.
  2. Nicht hochrechnen lassen. Dieselbe Quelle liefert in „native resolution" das ehrlichere Ergebnis; eine nachträglich hochgerechnete Datei gewinnt nichts und wird nur größer. Auch das steht so in der Empfehlung der Library of Congress.

Die sinnvolle Praxis: Archivdatei hoch und unkomprimiert, Hörkopie klein. Beides bekommst du laut Leistungsseite ohnehin — alle Spuren werden als Download in WAV und MP3 geliefert. Das ist die Audio-Lieferung laut Leistungsseite. Für Video (VHS und Super-VHS) gilt: Das gewünschte Videoformat stimmen wir bei der Terminvereinbarung ab.

Schnitt und Restauration: was geht und was nicht

Schnitt ist in den Paketen enthalten: Vorlauf und Nachlauf entfernen, Seiten trennen, Pausen kürzen, Titel sauber voneinander lösen.

Die Restauration ist optional und kostet laut Leistungsseite 25 € in den Stufen Basic und Pro (Denoise/Declick) beziehungsweise 50 € als Total Denoise/Declick in der Stufe Ultra. Dazu zwei nüchterne Hinweise:

  • Declick entfernt Knackser und Störimpulse. Das funktioniert bei Vinyl gut.
  • Denoise senkt Grundrauschen. Das funktioniert, kostet aber immer etwas Höhen und Räumlichkeit. Wer zu viel entrauscht, bekommt eine saubere, aber dumpfe Aufnahme.

Deshalb die Empfehlung: Lass dir immer auch das unbearbeitete Master geben. Die bearbeitete Version ist für das Hören, das Master ist das Archiv. Eine Entrauschung lässt sich jederzeit wiederholen, eine verlorene Höhe nicht zurückholen. Wenn aus dem Material später eine Veröffentlichung werden soll, führen Mixing und Mastering weiter — laut Leistungsseite als Option für 50 € zubuchbar.

Titel, Trackliste, Dateinamen: der Teil, der später zählt

Eine digitalisierte Datei ohne Beschriftung ist ein Fundstück. Bereite deshalb vor:

  • Bei Musik: Interpret, Albumtitel, Jahr, Reihenfolge der Titel, Seite A und B.
  • Bei privaten Aufnahmen: Datum, Ort, Anlass, wer zu hören ist. Schreib es auf einen Zettel und lege ihn zur Kassette, nicht ins Gedächtnis.
  • Bei Interviews und Proben: Projekt, Session, Take-Nummern, falls bekannt.
  • Eine klare Dateinamenlogik, zum Beispiel 1987_Sommerurlaub_Gardasee_SeiteA.wav. Konsequent, ohne Umlaute und Leerzeichen, mit Datum voran — dann sortiert sich das Archiv von selbst.

Diese Angaben gehören später in die Metadaten der Datei. Genau das meint die Library of Congress mit WAVE-Dateien mit eingebetteten Metadaten statt ohne.

Was du mit den Dateien danach darfst

Zwei Fälle, die man auseinanderhalten muss:

Eigene Aufnahmen. Familienaufnahmen, eigene Bandproben, eigene Produktionen, Interviews, die du selbst geführt hast: Hier liegen keine fremden Rechte am Inhalt, die Nutzung ist deine Sache. Wenn andere Personen zu hören sind, ist Rücksicht trotzdem angebracht, bevor etwas öffentlich wird.

Gekaufte Veröffentlichungen. Für Schallplatten, Kassetten und CDs mit kommerziell veröffentlichter Musik gilt das Urheberrecht weiter. Kurz gefasst: Eine Kopie für deinen eigenen, privaten Gebrauch ist zulässig; verbreiten oder öffentlich wiedergeben darfst du sie nicht. Bei fremden oder geschützten Inhalten müssen die erforderlichen Berechtigungen vorliegen. Die gesetzliche Grundlage ist § 53 UrhG; der Link steht unten in den Quellen.

Für dich heißt das in der Praxis: Die Datei ist für dich und dein Archiv. Kein Upload auf YouTube, kein Verkauf, keine Weitergabe an einen Verteiler, keine öffentliche Vorführung. Und wenn aus dem Material eine Veröffentlichung werden soll — Reissue, Sampler, Dokumentarfilm — brauchst du die Zustimmung der Rechteinhaber. Sag im Vorgespräch, um welche Art von Material es geht; dann ist vorher geklärt, was möglich ist.

Zeitbedarf und Paketwahl: ein Rechenbeispiel

Materialreale Laufzeitpassendes Paket
Eine LP, zwei Seitenca. 40–50 MinutenBasic oder Pro (60 Minuten)
Eine C90-Kassette90 MinutenUltra (90 Minuten)
Zwei C60-Kassetten120 MinutenUltra plus Folgetermin
Ein VHS-Band, 180 Minuten180 Minutenmehrere Termine, vorher absprechen

Rechne Seitenwechsel, Einmessen und Probehören dazu. Wenn du mehr Material hast als in ein Paket passt, bringe es trotzdem vollständig mit und priorisiere vor Ort — dann wird in jedem Fall das Wichtigste zuerst überspielt.

Preise

Die Pakete stehen auf der Leistungsseite und sind hier unverändert übernommen (Stand 05.10.2026):

PaketZeitAuflösungPreis
Basic60 Minuten oder eine Albumlängebis 44,1 kHz / 16 Bit PCM49 €
Pro60 Minuten oder eine Albumlängebis 48 kHz / 24 Bit PCM79 €
Ultra90 Minuten oder eine Albumlängebis 192 kHz / 32 Bit PCM149 €
Option Basic/ProDenoise / Declick—25 €
Option UltraTotal Denoise / Declick—50 €
Option alle StufenMixing / Mastering—50 €

In allen Stufen enthalten: Schnitt, Studioqualität und alle Spuren als Download in WAV und MP3 — das ist die Audio-Lieferung laut Leistungsseite. Die Pakete sind laut Leistungsseite auch als Gutschein buchbar.

Alle Preise sind Endpreise inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer.

Aktuell bleiben die Angaben auf Schallplatte / VHS / Tape digitalisieren und in der Preisliste maßgeblich.

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Alles auf einmal mitbringen, ohne Reihenfolge. Dann entscheidet der Zufall, was überspielt wird. Priorisiere nach Ersetzbarkeit.
  • Selbst reinigen oder kleben. Macht Schäden dauerhaft. Unbehandelt mitbringen.
  • Nur die höchste Auflösung wollen. Die Quelle bestimmt, was sinnvoll ist. Entscheidend ist, dass du eine unkomprimierte Archivdatei bekommst.
  • Nur die bearbeitete Version behalten. Das Master ist das Archiv.
  • Keine Beschriftung mitliefern. In fünf Jahren weiß niemand mehr, wer auf Track 07.wav spricht.
  • Eine einzige Kopie behalten. Zwei Datenträger, zwei Orte — oder ein Datenträger plus Cloud.

FAQ – Tonträger digitalisieren

Wie lange dauert das Digitalisieren einer Schallplatte?

So lange, wie die Platte spielt — meist 40 bis 50 Minuten für beide Seiten, plus Vorbereitung und Schnitt. Die Pakete Basic und Pro sind auf 60 Minuten ausgelegt, Ultra auf 90 Minuten.

Welche Formate bekomme ich geliefert?

Laut Leistungsseite alle Spuren als Download in WAV und MP3 — das ist die Audio-Lieferung. Die WAV-Datei ist dein Archiv, die MP3 die Hörkopie. Für Video (VHS und Super-VHS) gilt: Das gewünschte Videoformat stimmen wir bei der Terminvereinbarung ab.

Welche Auflösung soll ich nehmen?

Fürs reine Hören genügt CD-Qualität. Für ein Archiv, das lange halten soll, ist eine höhere, unkomprimierte Auflösung die bessere Wahl — die Library of Congress bevorzugt für Audio 96 kHz/24 Bit oder höher und unkomprimierte Dateien.

Kann man ein beschädigtes Band noch retten?

Oft ja, manchmal teilweise, selten nicht. Entscheidend ist, dass es ungefragt nicht in ein Laufwerk gelegt wird. Beschreibe den Schaden vorher, dann wird gemeinsam entschieden, was sinnvoll ist.

Werden Knackser und Rauschen automatisch entfernt?

Nein. Schnitt ist enthalten, Denoise und Declick sind als Option zubuchbar (25 € in Basic und Pro, 50 € als Total-Variante in Ultra). Sinnvoll ist, beide Fassungen zu behalten.

Wird bei VHS auch das Bild digitalisiert?

Ja. VHS und Super-VHS werden vollständig mit Bild und Ton digitalisiert. Das gewünschte Videoformat stimmen wir bei der Terminvereinbarung ab. Die Angabe „alle Spuren als Download in WAV und MP3" auf der Leistungsseite betrifft die Audio-Lieferung.

Darf ich meine digitalisierte Plattensammlung online stellen?

Nein. Bei kommerziell veröffentlichter Musik bleibt das Urheberrecht bestehen: Die Kopie ist für deinen privaten Gebrauch, nicht für Verbreitung oder öffentliche Wiedergabe. Bei fremden oder geschützten Inhalten müssen die erforderlichen Berechtigungen vorliegen. Privat hören und archivieren ist etwas anderes als veröffentlichen.

Bekomme ich meine Originale zurück?

Ja. Die Tonträger bleiben deine; sie werden überspielt, nicht eingezogen. Verpacke sie für den Transport so, dass nichts verrutscht.

Dein Termin im Tonstudio München

Bring deine Tonträger sortiert und beschriftet mit, dann entscheidet sich die Reihenfolge in fünf Minuten und die restliche Zeit gehört der Überspielung.

Quellen zu den fachlichen und rechtlichen Angaben

VertragsrücktrittBei Google bevorzugenGoogle bevorzugen